Wandern & Levadas

Levada-Wanderungen auf Madeira

Levada-Kanal mit Begleitpfad im Lorbeerwald

Was eine Levada ist

Eine Levada ist kein Wanderweg, sondern ein Bewässerungskanal. Der Norden Madeiras bekommt ein Vielfaches des Niederschlags des Südens — im Norden fallen rund 1.200 Millimeter im Jahr, an der Westküste bei Ponta do Sol im Monatsmittel 35. Seit dem 15. Jahrhundert wird das Wasser deshalb quer über die Insel geleitet, in gemauerten Rinnen mit minimalem Gefälle.

Neben jedem Kanal läuft ein Wartungspfad. Der ist der eigentliche Weg. Dass er fast eben verläuft, ist kein Zufall, sondern Konstruktionsprinzip: Wasser fließt nicht bergauf. Deshalb führen Levada-Wege auf halber Höhe durch Gelände, das sonst niemand erschließen würde.

Was das für die Planung heißt

Eben heißt nicht harmlos. Der Pfad ist oft nur einen Schritt breit, und die Seite ohne Kanal ist häufig die Seite mit dem Abgrund. Ein Geländer gibt es nicht überall. Wer nicht schwindelfrei ist, sucht sich die Routen gezielt aus, statt sich überraschen zu lassen.

Die offiziellen Wege tragen PR-Nummern. Die Schwierigkeitsangabe der Behörde ist konservativ gemeint und beschreibt Ausgesetztheit und Untergrund, nicht die sportliche Anstrengung. Ein als schwer geführter Weg kann kurz und flach sein und trotzdem schwer.

Die vier, mit denen man anfängt

Rabaçal und die 25 Fontes im Hochland, die Levada do Caldeirão Verde im Norden, die Vereda do Pico do Arieiro auf dem Grat und die Ponta de São Lourenço im Osten. Die ersten drei laufen durch Lorbeerwald und Wolken, die vierte über eine baumlose Halbinsel — dieselbe Insel, vier verschiedene Landschaften.

Zwei Dinge klärt man vorher: ob die Route Tunnel hat und wie das Wetter auf der jeweiligen Inselseite steht. Beides entscheidet öfter über den Tag als die Kondition.