Praktisches

Nord und Süd am selben Tag

Wolkenband an der Steilküste im Norden Madeiras

Die Ursache

Der Nordostpassat trifft auf einen Gebirgskamm, der bis auf 1.862 Meter reicht. Die Luft muss aufsteigen, kühlt ab und regnet an der Nordseite ab. Was auf der Südseite ankommt, ist trockener und wärmer.

Die Größenordnung: rund 1.200 Millimeter Jahresniederschlag im Norden gegen 35 Millimeter im Monatsmittel an der Westküste bei Ponta do Sol. Das ist keine Nuance, das sind zwei Klimate auf 57 Kilometern Insellänge.

Was man damit macht

Man plant nicht den Tag, sondern zwei Möglichkeiten für den Tag und entscheidet morgens. Regnet es in Santana, fährt man nach Ponta do Sol — 35 Minuten ab Funchal, und dort scheint mit einiger Wahrscheinlichkeit die Sonne.

Umgekehrt gilt: Wenn der Süden zugezogen ist, kann der Norden frei sein. Und über beidem liegt manchmal eine geschlossene Wolkendecke, über die man am Pico do Arieiro hinausfährt — 1.818 Meter mit dem Auto, der Rest zu Fuß.

Welche Prognose taugt

Eine, die nach Ort auflöst, nicht nach Insel. Der portugiesische Wetterdienst gibt für die einzelnen Gemeinden aus; das ist die brauchbare Auflösung. Eine App, die ein Symbol für „Madeira“ zeigt, mittelt zwei Wetterzonen zu einer Angabe, die für keine von beiden stimmt.

Ergänzend helfen die Webcams an den bekannten Punkten. Ein Blick auf den Arieiro vor der Abfahrt spart die Auffahrt in die Wolke.