Teil unseres großen Guides: Levada-Wanderungen auf Madeira
Was der Grad misst
Die amtliche Einstufung der markierten Wege beschreibt Ausgesetztheit, Untergrund und Orientierungsaufwand. Sie beschreibt nicht, wie anstrengend eine Strecke ist. Ein Weg kann sechs Kilometer eben verlaufen und trotzdem als schwer geführt sein, weil er über hundert Meter ohne Geländer an der Kante entlangführt.
Umgekehrt gibt es kurze Wege mit erheblichem Anstieg, die als mittel gelten, weil sie breit und gesichert sind. Wer die Angabe als Fitnessmaß liest, liest sie falsch — und meist in die unangenehme Richtung.
Tunnel
Mehrere der bekannten Routen führen durch Tunnel, die aus dem Fels geschlagen und nicht ausgebaut sind. Keiner ist beleuchtet. Die Höhe wechselt, der Boden ist nass, und Wasser tropft. Die Länge reicht von wenigen Metern bis zu Abschnitten, in denen man das andere Ende nicht sieht.
Praktisch bedeutet das: Stirnlampe statt Handy, weil die Hände frei bleiben müssen. Dazu eine Kopfbedeckung — die Decke ist niedriger, als sie im Dunkeln wirkt — und Schuhe, die auf nassem Fels greifen.
Was sonst mitgeht
Regenschutz auch bei blauem Himmel über Funchal, weil das Wetter auf der Nordseite ein anderes ist. Genug Wasser, weil unterwegs nichts kommt. Und die Uhr im Blick: Im Lorbeerwald wird es früher dunkel als auf offener Strecke.
Nicht mitgehen muss teure Ausrüstung. Die drei Dinge, an denen Wanderungen auf Madeira tatsächlich scheitern, sind fehlendes Licht, falsche Schuhe und eine Wetterprognose, die für die falsche Küste galt.



