Was eine Levada ist
Eine Levada ist kein Wanderweg, sondern ein Bewässerungskanal. Der bewaldete Norden bekommt deutlich mehr Niederschlag als der besiedelte Süden — Santana auf 380 Metern rund 1.035 Millimeter im Jahr gegen rund 600 in Funchal, beides Jahresmittel 2000–2024. Entscheidend ist die Höhe: Im Hochland um Bica da Cana sind es fast 3.000 Millimeter. Seit dem 15. Jahrhundert wird das Wasser deshalb quer über die Insel geleitet, in gemauerten Rinnen mit minimalem Gefälle.
Neben jedem Kanal läuft ein Wartungspfad. Der ist der eigentliche Weg. Dass er fast eben verläuft, ist kein Zufall, sondern Konstruktionsprinzip: Wasser fließt nicht bergauf. Deshalb führen Levada-Wege auf halber Höhe durch Gelände, das sonst niemand erschließen würde.
Was das für die Planung heißt
Eben heißt nicht harmlos. Der Pfad ist oft nur einen Schritt breit, und die Seite ohne Kanal ist häufig die Seite mit dem Abgrund. Ein Geländer gibt es nicht überall. Wer nicht schwindelfrei ist, sucht sich die Routen gezielt aus, statt sich überraschen zu lassen.
Die offiziellen Wege tragen PR-Nummern. Die Schwierigkeitsangabe der Behörde ist konservativ gemeint und beschreibt Ausgesetztheit und Untergrund, nicht die sportliche Anstrengung. Ein als schwer geführter Weg kann kurz und flach sein und trotzdem schwer.
Die vier, mit denen man anfängt
Rabaçal und die 25 Fontes im Hochland, die Levada do Caldeirão Verde im Norden, die Vereda do Pico do Arieiro auf dem Grat und die Ponta de São Lourenço im Osten. Die ersten drei laufen durch Lorbeerwald und Wolken, die vierte über eine baumlose Halbinsel — dieselbe Insel, vier verschiedene Landschaften.
Zwei Dinge klärt man vorher: ob die Route Tunnel hat und wie das Wetter auf der jeweiligen Inselseite steht. Beides entscheidet öfter über den Tag als die Kondition.
Reservierung seit 2026 Pflicht
Seit dem 1. Januar 2026 braucht jeder markierte PR-Weg eine vorab gebuchte Zeitfenster-Reservierung über das Portal SIMplifica. Der Regelpreis liegt bei 4,50 Euro pro Person und Weg, beim PR1 zwischen Pico do Arieiro und Pico Ruivo bei 10,50 Euro. Residenten, Kinder bis zwölf und Personen mit anerkannter Behinderung ab 60 Prozent zahlen nichts, müssen aber in der Buchung stehen. Das betrifft jede Route auf dieser Seite.



