Die Wege dieses Guides
Die elf Wege auf einen Blick
| Weg | Länge | Gehzeit | Grad | Höhe |
|---|---|---|---|---|
| PR 1 Pico do Arieiro → Pico Ruivo | 6,1 km | 3:00 | mittel | 1491–1857 m |
| PR 1.2 Pico Ruivo ab Achada do Teixeira | 2,8 km | 1:30 | mittel | 1590–1857 m |
| PR 6 Levada das 25 Fontes | 4,3 km | 3:00 | mittel | 964–1288 m |
| PR 6.1 Levada do Risco | 1,5 km | 2:00 | leicht | 1000–1288 m |
| PR 8 Ponta de São Lourenço | 4,0 km | 2:30 | mittel | 23–126 m |
| PR 9 Levada do Caldeirão Verde | 8,7 km | 6:30 | mittel | 872–1020 m |
| PR 11 Vereda dos Balcões | 1,5 km | 1:30 | leicht | 870–880 m |
| PR 13 Vereda do Fanal | 10,8 km | 4:00 | mittel | 1130–1420 m |
| PR 17 Pináculo e Folhadal | 15,0 km | 6:30 | schwer | 970–1490 m |
| PR 19 Caminho Real do Paúl do Mar | 1,8 km | 1:20 | mittel | 16–550 m |
| PR 20 Vereda do Jardim do Mar | 1,9 km | 1:30 | leicht | 35–530 m |
Die Längen sind die amtlichen Angaben und gelten für eine Richtung. Das ist die meistgelesene Fehlerquelle auf dieser Insel: Bei den Wegen, die am selben Pfad zurückführen — PR 6, PR 8, PR 9, PR 11 —, steht also die doppelte Strecke an. Aus vier Kilometern auf der Ponta de São Lourenço werden acht.
Reservierung und Gebühr
Seit 2025 ist für die klassifizierten PR-Wege eine Reservierung Pflicht, und zwar für jeden einzelnen Weg und jeden einzelnen Tag. Gebucht wird über das Landesportal SIMplifica, in Zeitfenstern von 30 Minuten.
- 4,50 € pro Person (Stand 8/2026) für Selbstgeher.
- 10,50 € für die PR 1, die seit ihrer vollständigen Wiedereröffnung im Mai 2026 gesondert bepreist ist.
- 3 € über Anbieter, die ein Abkommen mit dem IFCN haben — der Grund, warum eine geführte Tour unterm Strich manchmal kaum teurer ist als die Selbstorganisation.
- Auf Madeira gemeldete Personen und Kinder unter zwölf zahlen nichts. Ein gebuchtes Zeitfenster brauchen sie trotzdem.
Der Betrag hat sich seit Einführung schon zweimal bewegt. Wer plant, prüft ihn im Portal nach; verbindlich ist, was dort steht. Mehr zum Ablauf steht unter Wanderwege reservieren.
Kontrolliert wird am Wegeingang, und zwar tatsächlich. Ohne Buchung endet die Wanderung am Drehkreuz — nach der Anfahrt, oft nach einer Stunde Bergstraße.
Levada oder Bergweg
Die Wege zerfallen in zwei Sorten, die sich beim Gehen kaum ähnlicher sind als ein Feldweg und ein Klettersteig.
Levadas folgen den historischen Bewässerungskanälen. Sie sind waagrecht angelegt — das müssen sie sein, sonst liefe das Wasser nicht — und deshalb konditionell anspruchslos. Der Anspruch liegt woanders: schmale Bänke ohne Geländer, nasse glatte Steine, unbeleuchtete Tunnel. Die PR 9 hat vier davon.
Veredas sind Bergpfade. Sie steigen und fallen, sind trocken und gut gestuft, und verlangen Kondition statt Nervenstärke. Die PR 1 über den Grat zwischen den beiden höchsten Gipfeln der Insel ist das Musterbeispiel.
Wer Höhenangst hat, ist auf einer Vereda oft besser aufgehoben als auf einer Levada — was die meisten Leute vor der ersten Wanderung genau falsch herum vermuten.
Was mitgehört
- Profilierte Wanderschuhe. Keine Turnschuhe. Levadasteine sind ganzjährig feucht und rutschen wie Seife.
- Stirnlampe für jeden Weg mit Tunnel. Das Handylicht reicht für zwanzig Meter, nicht für achthundert. Mehr dazu unter Levada-Schwierigkeitsgrade und Tunnel.
- Regenjacke, auch bei blauem Himmel in Funchal. Der Norden hat sein eigenes Wetter.
- Mehr Wasser als gedacht. Auf der PR 8 gibt es vier Stunden lang keinen Quadratmeter Schatten und keine Quelle.
- Warme Schicht fürs Hochland. Auf 1800 Metern sind es regelmäßig zehn bis fünfzehn Grad weniger als am Meer.
Das Wetter entscheidet, nicht der Kalender
Madeira hat kein Inselwetter, sondern mehrere gleichzeitig. Sonne in Funchal und geschlossene Wolkendecke in Santana ist der Normalfall, nicht die Ausnahme — die Gründe stehen unter Wetter im Norden und Süden.
Für das Gebirge führt der portugiesische Wetterdienst IPMA ein eigenes Warngebiet. Eine gelbe Wind- oder Nebelwarnung dort ist der Grund, warum die PR 1 morgens geschlossen bleiben kann, während unten die Sonne scheint. Die aktuelle Lage steht neben diesem Text.
Praktisch heißt das: den Grat früh gehen, weil der Nebel meist mittags kommt. Das Fanal umgekehrt bei Nebel gehen, weil es genau dafür berühmt ist.
Welcher Weg für wen
- Erste Wanderung, unsicher: PR 11 Balcões — 20 Minuten bis zum Aussichtspunkt, breit, kein Absturzgelände.
- Ein einziger Tag, ein großes Bild: PR 1.
- Gipfel ohne Grat: PR 1.2 — derselbe Pico Ruivo, aus der anderen Richtung, in einer statt drei Stunden.
- Die klassische Levada: PR 6 zu den 25 Fontes.
- Keine Höhenangst, aber auch kein Schatten: PR 8.
- Ganzer Tag, viel Kondition: PR 17.
Ohne Mietwagen
Fast alle Einstiege liegen an Bergstraßen ohne brauchbaren Linienverkehr, und mehrere Wege enden woanders, als sie anfangen — bei der PR 13, PR 17, PR 19 und PR 20 steht das Auto am Ende des Tages am falschen Ende der Insel. Dafür gibt es Wandertransfers: Hinfahrt zum Einstieg, Abholung am Ausstieg, gegangen wird allein.
Wer lieber in der Gruppe geht, findet unter geführten Bergwanderungen und Levada-Touren das passende Format — alle Wandertouren auf GetYourGuide ansehen (Affiliate-Link).




